Muir Pass

Meile: 850.1

Gelaufen: 17.1

Der Zeltplatz heute war super, ein klein wenig laut durch den Fluss (Middle Fork Kings River) und einen Wasserfall in der Ferne, aber nichts was Ohrstöpsel nicht lösen können.

Für die ersten fünfeinhalb Meilen ging es heute auf den Muir Pass hoch. Auf beiden Seiten (Zustieg und Abstieg) lagen hier noch für Meilen Schnee. Was alles nur anstrengender und länger machte. Dennoch war ich nach zweieinhalb Stunden auf dem Pass und konnte mein wohlverdientes Frühstück genießen. Aber auch der Abstieg war zumindest bis zur Mittagspause kein wirklicher Spaß… weicher Schnee, matschiger Boden und übergelaufene Bäche. Na ja.

Für die Mittagspause bin ich bis zum Evolution Lake gelaufen. Das waren dann insgesamt heute Vormittag 10.3 Meilen. Ich hoffe nur, dass Simone noch bis hier her kommt und nicht schon davor eine Pause einlegt. Wobei jeder ja seines Glückes eigener Schmied ist. Wenn sie bis halb eins nicht hier sein sollte, esse ich alleine zu mittags 🙂

Okay, Simone kam um halb eins angelaufen. Sie hatte ein wenig länger auf den Pass gebraucht. Deshalb war der Abstieg auch etwas länger, da der Schnee schon weicher wurde.

Nachmittags sind wir dann noch weiter bis zum geplanten Camp gelaufen. Meine zweiten, neugekauften Ohrstöpsel sind auch kaputt… ist dann halt doch ein kleiner Unterschied ob man Qualität gekauft hat oder billig.

Unser Camp war heute unglaublich Moskito infested… ich hab mich komplett einhüllen müssen um nicht gestochen zu werden. Entsprechend kurz war auch das Abendessen und lang der Aufenthalt im Zelt.

Whitney

Meile: 774.6

Gelaufen: 7.7 + 12.6 nicht PCT

Um 02:20 klingelte der Wecker… Whitney ruft. Also raus aus dem warmen Schlafsack, Puffy und Quilt in den Rucksack gepackt, Snacks aus dem Bärenkanister geholt und Abmarsch.

Über das Firmament ist zu dieser Zeit noch die Milchstraße zu sehen (Der Mond ist noch nicht aufgegangen) und in den Felswänden sind schon die Lichter von mehreren anderen Hikern zu sehen die schon um 12:15 aufgebrochen sind um den Sonnenaufgang zu bewundern.

Meine Planung war… 4.6 Meilen, bei einem langsamen Schnitt von 1.5 Meilen reichen drei Stunden. Also ging es los mit Stirnlampen und super leichtem Gepäck (Ich vermute es waren an die fünf Kilogramm… für eine kleine Breitenberg Besteigung viel zu viel Gewicht… hier aber nach wochenlangem tragen von 15-22 Kilo Gewicht fühlen sich diese fünf wie Federn an.

Die Höhe schlaucht ganz schön, dennoch hab ich vor der Abzweigung zum Gipfel nach drei Meilen die ersten drei der 12:15 Gruppe überholt. Bis zum Gipfel erwisch ich noch fünf weitere und nach zwei Stunden acht Minuten steh ich oben an der Schutzhütte und trage mich ins Trailregister ein… Zusatz Kommentar: „Easy“.

Jetzt aber umziehen, Quilt raus und im Puffy und Quilt auf die Sonne warten… eine Stunde lang, ich war zu schnell.

Der Sonnenaufgang war unbeschreiblich von hier oben, Simone hat ihn leider nicht vom Gipfel beobachten können, sondern von bisschen weiter unten. Die Höhe (4425 Meter ü.N.N.) ist eben ein nicht zu unterschätzender Aspekt. Aber ein paar Minuten später kam sie dann auch und genoss noch die ersten Sonnenstrahlen auf dem Gesicht. Danach ging es wieder runter.

Nach einem kurzen Frühstück am Basislager haben wir zusammen gepackt und sind bis zur Mittagspause noch knapp dreieinhalb Meilen zurück zum PCT gelaufen. Dort stand erst mal eine zweistündige Siesta an.

Um morgen einen perfekten Start für den Forester-Pass zu haben sind wir nachmittags noch die fast achte Meilen gelaufen. Nach einer Flussüberquerung die ich noch heute machen wollte, haben wir jetzt unser Nachtlager schon aufgebaut. Ich möchte den Schuhen noch die Möglichkeit geben bis morgen früh zu trocken. Mit nassen Schuhen möchte ich morgen nicht den anstrengenden Aufstieg in Angriff nehmen. Also hoffe ich auf die trockenen Schuhe.

Heute war Landschaftlich wie gestern ein unbeschreiblich schöner Tag. Herrliche Alpen Wälder, grüne Wiesen, Berge und Seen, Flüsse… ich kann nur ein paar Bilder einfügen die der Schönheit keine Rechenschaft leisten .

Schäufelchen

Heute haben Sandra und ich alleine das Camp wie gewöhnlich um halb sechs verlassen und uns auf den Trail begeben. Simone will (vormittags?) ihr eigenen Rhythmus gehen und startet ne halbe/dreiviertel Stunde später als wir.

Nach einem kurzen Abstieg mit Blick auf ein Wolkenmeer ging es auf den Mount Williamson hoch. Bzw läuft der PCT knapp unterhalb des Gipfels entlang und wer will ( außer mir in den 20 Minuten die es gedauert hat niemand) kann eine kleine detour auf den Gipfel gehen. Der ist aber an sich sehr langweilig.

Danach fing ein unglaublicher Abstieg an. Über 700 feet elevation drop auf eine Meile. Das geht ein wenig auf die Knie mit solchen Rucksäcken. Kurz vor dem Ende kamen die Wolken von Los Angeles rüber. Erfrischend aber auch kalt an einem eh schon kalten Tag. Eine kurze Zeit später war der PCT dann schon auf eine Distanz von vier Meilen gesperrt, eine vom aussterben bedrohte Kröten bzw. Froschart lebt hier die geschützt werden muss. Also detour auf dem Highway 2, der trotz des Wochenendes (Samstag) wenig befahren war. Auf der detour am Highway sind wir auch an dem privaten Buckhorn Skiclub vorbei gekommen der Trailmagic für PCT Hiker macht. Es gab Soda, Beer, Obst und Chips. Toller Platz, leider ist nur gegen zwölf die Sonne von der Terrasse verschwunden und somit würde es zu kalt für ein längeres verweilen.

Also weiter roadwalk bis wir wieder auf den PCT gestoßen sind. Kurz darauf haben wir unser Zeltplatz erreicht. Um drei Uhr wie es sich Sandra gewünscht hat. Zwei ein halb Stunden später war allen klar… erreichen des Camps um drei ist viel zu früh. Hört sich ok an ist aber total unbefriedigend. Aber wir haben und dann Kollektiv dazu entschlossen zu Cowboycampen.

Und heute, eine Meile vor Meile 400 habe ich zum ersten Mal mein Schäufelchen genutzt. Ab vom Camp und Trail ein Löchlein buddeln, Geschäft verrichten, TP wieder mitnehmen, mit einem kleinen Stöckchen Dreck unterrühren und Löchlein wieder zuschütten. Als letzten Schritt Handsanitizer nutzen und fertig 🙂