Kurze Nächte

Meile: 1455.1

Gelaufen: 22.4

Gestern viel es uns schwer einzuschlafen. Somit gestaltete sich die Nacht als eine sehr kurze und unzureichende Angelegenheit. Nach nicht einmal fünf Stunden klingelte der Wecker und unter Widerwillen standen wir auf. Mit klar spürbarem Schlafmangel verlief der Vormittag eher schlecht als recht, Müdigkeit ist kein guter Wanderpartner.

Zur Mittagspause haben wir dann doch unsere relativ üblichen zwölf Meilen geschafft und in den vier Stunden der Pause mindestens die Hälfte damit verbracht unsere Ruhe Reserven wieder aufzuladen. Seit gestern haben wir einen neuen Brotaufstrich (Weil es bei der Ranch kein Peanut Butter gab) und zwar cream and cookies. Also Nutella gemixt mit Oreos. Schmeckt interessant wird aber nicht mein goto Aufstrich. Gestern habe ich auch meinen letzten Bagel gegessen und somit bin ich gezwungen für die nächsten drei Tage Tortillas zu essen. Ich liebe die Vollkorn Bagels und Versuch Tortillas eigentlich zu meiden. Aber nichts zu essen ist auch keine Option.

Die restlichen zehn Meilen heute verliefen okay. Nicht zu langweilig und nicht spannend. Außer eventuell der Moment als die Sonne hinter ein Wolkenband gewandert ist (kurz vor Sonnenuntergang und mit Mount Shasta im Hintergrund) und sich der Himmel schon mal im Voraus rot gefärbt hat. Das wird die kommenden Wochen sicherlich sehr oft vorkommen, da es vermutlich mit dem Rauch der Waldbrände zusammenhängt.

Von 0 auf 3 in 10 Minuten

Meile: 1432.7

Gelaufen: 23 + 0.3 von der Ranch

Trotz der anstehenden dreiundzwanzig Meilen klingelte der Wecker heute eine Stunde später. Wir wollten noch das Frühstück von der Ranch mitnehmen und dieses gab es frühestens ab 06:45.

Waffeln und Rührei kombiniert mit einer Tasse Kaffee rundeten das aufstehen super ab. Danach wurde noch gezahlt und dann waren wir abfahrtsbereit. Die Ranch operiert auf einem Vertrauens Prinzip. Wenn jemand neu ankommt, bekommt er einen kleinen Zettel auf dem er alle Positionen (Camp, duschen, waschen, Seife, Spülmittel, Lebensmittel etc.) selbstständig auflisten soll und am Schluss wird anhand dieses Zettels abgerechnet. Ich finde das System super und denke dass die meisten sich auch daran halten. Sonst würde es nicht funktionieren.

Nach zehn Meilen sind wir an den Burney Falls vorbei gekommen. Ein imposanter Anblick, auch wenn extrem viele Menschen unterwegs waren. Ich jedenfalls bin über asphaltierte Serpentinen bis unten zu den Fällen gelaufen und habe mal wieder das Stativ und meine Kamera ausgepackt. Wie so immer muss ich bis Oktober warten um die Bilder „richtig“ zu bearbeiten. Bis dahin müssen einfache, bearbeitete jpg-Bilder ausreichen die ich von meiner Kamera via WiFi auf das Handy ziehen kann. Leider bekomme ich aber ohne zusätzliche Hardware keine Rohdatein auf mein Smartphone.

Simone die ein klein wenig später zu den Fällen bzw zu der Abzweigung kam, waren es zu viele Menschen Massen und so entschied sie einfach weiter zu laufen. Ich hatte schon so ein Gefühl als ich sie bei den Fällen nirgendwo gesehen hatte, und nachdem ich weiter zwei Meilen gelaufen bin ohne sie einzuholen habe ich mich zu einem kurzen Mittagessen entschieden. Ein paar weitere Meilen dem Trail folgend hab ich sie dann an einer Brücke wieder getroffen. Ich bin mir nicht sicher ob wir schon mal getrennt zu Mittag gegessen hatten. Na ja ein mal ist immer das erste Mal.

Der Rest verlief ganz normal für die letzten paar Tage. Nach dem Abendessen viel uns das anlaufen ein klein wenig schwer und es hat ganze zehn Minute gebraucht um annähernd und Betriebsgeschwindigkeit zu gelangen.

An unserer Campsite regieren leider wieder Moskitos und somit müssen die Zelte aufgebaut werden.

Burney Mountain Guest Ranch

Meile: 1409.7

Gelaufen: 13.1 + 0.3 zur Ranch

Die Nacht heute war mal wieder sehr warm… auch dem Fakt geschuldet, dass der Untergrund auf dem wir geschlafen haben vom vulkanischen Untergrund erhitzt wurde. Während der Nacht bin ich heute fast stündlich aufgewacht. Um drei Uhr, als ein Campnachbar sein Zelt abgebaut hat, da er schon loslaufen wollte wurde ich von einer wunderschönen Milchstraße überrascht.

Da die Batterie der Nikon leider vom abendlichen Sonnenuntergang leergesaugt waren, das Stativ schon wieder im Rucksack verstaut war UND es unter der Decke so bequem war, habe ich mich nicht dazu durchringen können aufzustehen und Bilder zu machen. Im Nachhinein hätte ich das am Vorabend besser planen können. Egal noch habe ich knapp zwei Monate um die Milchstraße aufzunehmen.

Mental wurde ich aber von Simone geschlagen, da sie sich gewünscht hätte, dass ich sie für die Milchstraße aufwecke. Aber wie soll ich mich um vier Uhr in der Früh an so was erinnern? Das Hirn ist ja noch selber im Tiefschlaf.

Der restliche Weg heute bis zur Ranch waren wie üblich in den letzten Tagen nicht wirklich Aufregend, na gut… eine Sache war spannend… die 1.400 Meilen Marke die wir überquert haben. Nur noch 1260 Meilen bis Kanada!! (Abzüglich ein paar Meilen die es bald wegen Waldbränden zu überspringen müssen)

Außer eventuell, dass wir einem Stinktier begegnet sind und für ein paar Minuten warten mussten bis es weggelaufen ist. Und ich habe meine zweite Klapperschlange gesehen. Aber diese hat sich genauso stark erschreckt wie ich und hat nicht gerasselt sondern ist ins Gebüsch abgehauen.

Der See an dem wir gegen zehn Uhr vorbeigelaufen sind und eigentlich eine Badesession darstellen sollte, war leider viel zu gut von „normalos“ besucht und auch optisch nicht der schönste See, sodass wir einfach weiter gelaufen sind.

Um elf sind wir dann bei der Ranch angekommen, die ein spezielles Thruhiker Angebot hat… Übernachtung, Frühstück, Dusche, W-LAN, Pool und Wäsche für 25$. Dieses Angebot ist schwer auszuschlagen, da wir eh noch für unsere restlichen vier Tage Verpflegung einkaufen müssen. Also haben wir uns auf die Terrasse gesetzt, haben Soda getrunken und den restlichen Tag genossen.