Zero in Bishop – Info

Unser Zero in Bishop verlief ohne große Ereignisse. Ruhig und ohne großes Gehetze.

Unser nächstes Ziel hat eventuell kein Internet, dass würde bedeuten, dass die nächsten ein, zwei Beiträge verzögert hochgeladen werden.

Triplecrown und Geduldsprobe

Meile: 709.5

Gelaufen: 8.0

Gestern ging es nach einem ausführlichen pancake Frühstück mit pancake refills (für 7$) zum tripple crown Outfitter, der von Yogi und Worldwide aus ihrem Haus raus betrieben wird. Beide sind tripple crowner das heißt beide haben alle drei großen Trails (Appalachian Trail, Pacific Crest Trail und Continental Divide Trail) in den USA durchlaufen. Yogi hat auch ein Buch über den PCT geschrieben.

Beim Outfitter hab ich mir dann einen Bearvault gekauft, die auf mehrere hundert Meilen durch die Sierras Pflicht sind. Dazu einen resupply von vierzehn Rahmen, sieben Haferbreis, acht Snickers, sechs anderen Müsliriegel und sieben Tortillas. Von Microspikes hat mir Worldwide abgeraten, da er diese erstens nicht verkauft weil sie zu schnell kaputt gehen und da es dieses Jahr keine Spikes brauche. Also keine Spikes für mich.

Zu dem Essen kamen noch neue Zehensocken, ein Moskitonetz und ein neues Mikrofaser Handtuch (mein altes hab ich liegen lassen :/ der erste Ausrüstungsgegenstand den ich verloren habe). Alles in allem knapp unter 200$. Teuer aber lieber ausgeben als von einem Bären besucht zu werden oder von einem Ranger eine Strafe zu bekommen.

Danach ging es wieder zurück zum General Store und das waren auf die Nacht fing an.

Über die ganze Nacht ging alle paar Stunden eine Alarmanlage von irgend einem doofen Auto an. Unglaublich nervig… aber vor dem einschlafen hab ich noch zwei Sternschnuppen gesehen. Super cool.

Heute früh hab ich alle paar Minuten auf die Lieferung meiner Schuhe gewartet. Aber zu meiner Enttäuschung kam die Lieferung eine Stunde zu spät in Inyokern an und die Leute vom General Store waren schon auf dem Weg zurück nach Kennedy Meadows. Die Enttäuschung das noch ein zweiter Zero an den gestrigen folgten sollte war so groß, dass ich uns nach dem Mittagessen erst mal einen Sixpack Biergemisch gekauft habe um den Nachmittag schnell vorüber zu bringen. Dennoch gab ich die Hoffnung nicht auf und kontrollierte ab und an ob nicht doch ein Packet für mich da ist. Und siehe da, um drei Uhr liegt es da. Meine neuen Schuhe. Herrlich jetzt können wir halb angetrunken doch noch weiterlaufen. Also schnell fertig trinken und packen.

Mit viel zusätzlichen Gewicht ging es dann auf unseren großen sechs bis sieben Tage langen Trip von Kennedy Meadows über einen kleinen Schlenk auf den Mount Whitney bis zum Kearsarge Pass um von dort aus bis Bishop zu hitchen.

Nach drei Meilen relativ flachem Gelände durch die Meadow haben wir an einem Fluss Abend gegessen. Ich hab die Chance genutzt die ich durch mein frühes angekommen hatte und hab mich in die angenehmen, 21 Grad warmen Fluten gestürzt bis Simone gekommen ist. Eine tolle Abkühlung.

Im Anschluss ging es noch vier Meilen weiter bis zum Camp. Hier warteten schon zwei weitere (Twerk und „The giving tree“) mit einem Lagerfeuer auf mich. Und jetzt ist es fast schon Hiker midnight (neun Uhr) und somit Zeit zum schlafen.

Walker Pass und Lake Isabella

Gestern ging es runter zum Walker Pass der nach Joseph Walker benannt, der den Pass 1834 entdeckt hat. Die neun morgen Meilen vergingen sehr angenehm und so gut wie nur bergab. Für die letzten paar Meilen stieg die Temperatur in die gefühlt hohen Zwanziger und auf der Rückseite des Bergs flaute auch der Wind ab. Aber für die paar Meilen (zwei oder drei) war das machbar. Zwischendurch wurde ich von drei ultralite Hiker die gefühlt mit nicht mehr als zehn Kilo unterwegs waren (mit essen und trinken), verrückt.

Am Pass angekommen hab ich zwei hitches abgelehnt um auf die zwei Mädels zu warten. Aber als wir versammelt waren hielt auch schon eine ältere Frau die uns, nach einigem umräumen ihres Autos (Abfall), dann mitgenommen hat. Sie war früher mal Ambulanz Fahrerin und dementsprechend fuhr sie. Mit 30 mph um eine mit 20 mph ausgeschriebene Kurve, auf der Geraden statt 55 mph Schlappe 70… aber zehn Meilen vor Lake Isabella hat sie uns an der Straße rausgelassen da sie dort einen Termin hatte. Also mitten im nowhere wieder Daunen raus. Nach fünf Minuten hielt dann ein Bus und die Busfahrerin meinte nur „PCT?“, Jup… sie würde nach Lake Isabella fahren und da sie vermutet hatte, dass wir PCTler waren hielte sie außerplanmäßig. Nett.

In der Stadt angekommen ging es zuerst zur Pizza Factory zum all you can eat buffet mit Salaten und Pizza. Da machen die mit Thruhikern aber keinen Gewinn. Und egal, lasst die Schlacht beginnen!

Später sind wir ins Kern Motel gegangen, ein Motel aus dem Siebzigern das seit dem nicht mehr renoviert wurde. Aber Bett, Klo und Dusche mehr brauchen wir nicht. Danach zur Wäscherei und mit einem Bierchen in der Hand darauf gewartet, dass die Wäsche gewaschen wird.

Am Abend sind wir mit Sandra 2 und Diana noch in einen Diner zum AbendBurger gegangen. War auch sehr lecker aber das witzigste war, dass unsere zwei ältesten (unsere Sandra und Diana) kein Bier bekommen haben, weil sie ihre ID nicht dabei hatten und die Bedienung sehr streng nach den Regeln gehandelt hat.

Der folgende Zeroday verlief ohne nennenswerte Ereignisse.

Techachipi Zero

Heute war ein fauler Tag. Wir haben den Fehler begangen erst gegen vier Uhr nachmittags zum einkaufen für den resupply zu gehen. Anscheinend wird im Land der unbegrenzten Möglichkeiten kein Regal vor Ladenschluss wieder aufgefüllt. Entsprechend leer und mager ist unser Essensplan für die nächsten fünf Tage. Okay normalerweise gibt es fünf mal Ramen. Aber Ramen gab es nur noch als Hühnchen und Beef Geschmack. Also stehen jetzt mashed potatoes auf dem Speiseplan. Auch nicht schlecht.

Zum Mittagessen sind wir zum Thai-Chapie gegangen und haben wir gestern thailändische Küche genossen. Ok bei mir gab es halt wie immer beim Asiaten Fried Rice 😀

Abends haben wir uns Solo (Star Wars) angeschaut. Super Film!!!

Ach ja… ab heute ist meine Nikon wieder mit auf der Reise dabei. Wieder zwei Kilogramm mehr im Rucksack. Hoffentlich bekomm ich bald die Chance ein paar Bilder mit ihr zu schießen.

Bis Techachapi

Gestern ging es früh um vier Uhr los. Das schönste an diesem, viel zu frühen Wecker war die Milchstraße. Hier unten auf dem Wüstenboden weit ab von nervigen Lichtquellen ist die Milchstraße so richtig hervorgetreten. Ein herrlicher Anblick, leider zu kurz da wir weiter mussten. Den ganzen morgen sind wir durch die Windfarm gelaufen, von der Dunkelheit über den Sonnenaufgang bis zum späten Morgen.

Der gestrige Tag bestand aus drei Abschnitten. Der erste und letzte Abschnitt haben jeweils einige Höhenmeter beinhaltet was den Tag recht anstrengend machte. Der mittlere Abschnitt war sehr eben. Im großen und ganzen jedoch fand ich den Aufstieg sehr entspannend. Man sieht so viele Sachen. Bunte Blumen, allerlei Formationen, Eidechsen und so viel mehr.

Gegen nachmittags sind wir am höchsten Punkt des Tages (und des gesamten Abschnittes nach Techachapi) an einen Trailmagic Ort gekommen. Hier standen Sonnenschirme und Stühle für uns Hiker bereit, dazu noch einige Galeonen an Wasser. Hier haben wir einige Stunden verbracht bis die aufkommenden Wolken die Umgebungstemperatur zu ungemütlich gemacht haben und wir eine Meile weiter bis zu unserem Campingplatz gelaufen sind.

In letzter Zeit stand bei uns nur noch Cowboy Campen auf dem Plan. Ein mal angefangen und schon wird man zu faul um das Zelt aufzubauen. Es ist einfach so einfach nur das Groundsheet hinzulegen, Luftmatratze aufzublasen und hinlegen. Super easy und auch einfach abzubauen.

Der Wecker ging heute wieder um vier Uhr… wir wollten die Milchstraße noch mal sehen. Aber heute hatten wir kein Glück. Dafür gab es bis fünf von mal eine weitere Stunde Schlaf.

Heute ging es eigentlich nur noch bergab. Knapp neun Meilen bis zu einer Straße an der es am Einfachsten ist nach Techachapi zu hitchen. Und wieder entlang einer riesigen Windfarm… angeblich einer der größten überhaupt.

Am Parkplatz angekommen haben wir einen Trailangel aus Techachapi angerufen um uns nach mehreren Minuten erfolglosen Hitch Versuchen abzuholen. In der 13.000 Einwohner Stadt gibt es knapp 30 Trailangel die ihre Nummern bei den verschiedenen Trailheads hinterlegen damit die Hiker bei ihnen Anrufen können sollten sie etwas brauchen. Total toll 🙂

Jetzt liegen wir im Bett eines der beiden Best Western Hotels in der Stadt und entspannen erst mal. Nachher geht es noch in den Pool und in die Jacuzzi. Das ist mal ein richtiger Neroday. Morgen folgt noch ein Zero und übermorgen geht es weiter. Die letzten 140 Meilen bis nach Kennedy Meadows und das finale Stück in Südkalifornien bevor es in die Sierras geht.

Gewalt ist überall auf dem trail.

Heute früh gab es fantastische Pfannkuchen von Terrie und einen hitch von ihr zurück zum Trail. Im großen und ganzen verlief die Wanderung heute normal und ohne große Events. Zwischenzeitlich hat man die Wüste sehen können. Geplant waren zwölf Meilen aber an dem geplanten rast Punkt waren wir schon vor drei Uhr. Und das, hatten wir ja schon gelernt, ist nix. Also sind wir weiter bis zu einem richtigen Campground (Upper Shake) der angeblich von einem Bären heimgesucht sind. Also haben wir abseits gegessen, unsere Foodsäcke an einen Ast gehängt und liegen jetzt Cowboy Style auf dem Camp und warten bis es dunkel wird damit die Moskitos endlich verschwinden.

Auf dem Weg zu der markierten Wasserquelle, der an veralgten Pfützen vorbeigeführt hat bis endlich nach einer drittel Meile ein kleiner Wasserfall kam ab dem die Flaschen leicht aufzufüllen waren und wo das Wasser auch schon klar war, sind wir an einigen Bäumen vorbei gekommen die als Vorratslager für Spechte dienten. Lustiges Bild mit all den Nüssen in den Löchern.

Jetzt aber zum Thema Gewalt auf dem Trail. In letzter zweit hat Sandra immer so kleine Ausbrüche von Gewalt nachdem ich ganz UN-ironische Kommentare mache. Einfach unglaublich… am liebsten wird man zZ mit den Wanderstöcken abgestochen.

Big Bear Zero

Der gestrige Zeroday war gefüllt mit Aktivitäten. Als erstes ging es zu einem kleinen Restaurant zum Frühstücken. Dort durften wir selber unsere Fanta Zapfen am Automaten der halb in der Küche stand. Wired. Als Frühstücksspeise gab es Panecakes. Statt den drei, auf der Speisekarte, gelisteten gab es für uns vier mit dem Kommentar „wenn ihr noch Nachschub wollt sagt es einfach, ihr braucht die Kalorien“. Super Hikerfreundlich. Hätte man vom Aussehen der Bedienung (älterer Herr) sich nicht Sofort denken können. Natürlich haben wir diesem Angebot nicht Wiedersehen können… auch wenn wir nur für einen zusätzlichen Pancake gebeten haben.

Nach dem Frühstück wollten Simone und ich noch zur Post, da wir dort jeweils Pakete liegen hatten. Für mich meine Kamera mit dem ganzen Equipment, für Simone ihr Alter Schlafsack und noch ein paar andere Sachen. In Idyllwild hatte sie sich auch einen Quilt gekauft um knapp 500g zu sparen. Leider hat sich der Quilt in der Schnee Nacht als zu kalt erwiesen weswegen sie ihre alten, schweren aber warmen Schlafsack wieder mitnehmen wollte.

Zur Post sind wir per Ortsbus gefahren, es gibt kein Wechselgeld dh falls man keine $ 1.50 parat hat, hat man Pech gehabt und zahlt stattdessen $ 5 oder so. Trotz der Tatsache dass wir nur zwei Haltestellen weiterfahren wollten und die Busfahrerin sogar gefragt hatte ob wir zur Post wollen, hat die Fahrerin es geschafft uns innerhalb von drei Minuten zu vergessen. Und ehe wir was sagen konnten war es zu spät und wir bekamen eine kostenlose, vierzig minütige Stadtrundfahrt durch Big Bear City. Yay.

Schlussendlich durften wir doch noch beim Postoffice aussteigen und unsere Pakete entgegen nehmen. Ich habe mich dazu entschlossen meine Kamera doch noch für ein paar Meilen weiter nach Norden bouncen zu lassen. Das Geniale am amerikanischen Postsystem ist es nämlich, dass ungeöffnete Packete (vermutlich nur spezielle) einfach so für (keinen großen Aufpreis) weiter geschickt werden können. Super Sache und ich musste nichtmal irgendwas zahlen, auch nicht für die zusätzliche Versicherung.

Zurück zum Hotel haben wir uns dazu entschlossen zu hitchen. Viel zuverlässiger als der Bus und ehrlich gesagt dauert es nie länger als 10 Minuten und ist immer interessant.

Zurück im Hotel haben wir noch ausgecheckt und sind per Anhalter nach Big Bear Lake gefahren. Dort in den Robinson Inn und erst mal entspannen.

Später ging es zu einem Riesen Einkauf zu Vons (einem Supermarkt) der für einige in der Gruppe sehr teuer wurde. Wer hätte gedacht dass heikle Vegis am günstigsten wegkommen. Für den Abend gab es noch eine frische Zwiebel, Tomatenstücke, Parmesan, nasse Annas und Nudeln. Ein Festessen wie es selbst ein Restaurant nicht besser geschafft hätte. Zurück (2-3 Meilen, weil wir sind ja in der USA, da ist nichts mal nur nebenan) ging es wieder per Anhalter. Nach dem Einkauf haben wir noch die verschiedenen Ausstatter (Outdoor) von Big Bear Lake abgeklappert nur um enttäuscht wieder die Läden zu verlassen. Nur Sachen für Carcamper. Viel zu schwer und nicht ultra lite.

Abends ging der Tag mit dem herrlichen, selbst-gemachten Abendessen zu Ende.

Heute sind wir, nach einem Frühstücks-Bagel, zurück zum PCT gehitched und weiter ging die große Wanderung. Außer dem Zustieg zum PCT ging es so gut wie nur bergab. Mal wieder durch tolle Pinienwälder. Morgen überqueren wir Meile 300 und kommen an den Deep Creek Hot Springs vorbei (nachmittags). Das wird ein Erlebnis, denn ungetestet bleiben die nicht!