Abgabe, Fähre und Victoria

Gestern ging es von unserer kleinen Insel, die schon vorgestern von Insulanern angepaddelt wurde, zurück aufs quasi Festland (Quadra Island). Am Montag ist Tag der Arbeit und somit Feiertag in Kanada und viele entscheiden sich dafür, auch den Freitag frei zu nehmen und somit ein langes Wochenende genießen zu können. Vorgestern Abend kamen schon zwei, zweier Gruppen auf die Insel von denen eine Gruppe auch ein Zeltlager aufgebaut hat.

Nach dem Anlanden ging es zuerst zum Karamell Macchiato ins Cafe neben dem Supermarkt, danach zurück zum Kayak Verleih um ein Auto zu organisieren mit dem wir das Kayak abholen können. Geholfen hat hier uns der Besitzer des Verleihs den wir schon am ersten Tag angetroffen hatten.

Nach dem Ausladen und wieder-in-die-Rucksäcke verladen sind wir zurück zum Heriot Inn um unsere Wäsche zu waschen und zu duschen. Im Anschluss hieran sind wir die vier Kilometer zur Quadra-Campbell River Fähre gehitched und diese gerade noch so erreicht. Zu unserer Überraschung mussten wir für den Zurückweg nicht zahlen, da mit dem Hinfahrt-Ticket schon die Rückfahrt mit inbegriffen ist.

In Campbell sind wir dann gegen vier Uhr Anteilen und da es dann schon recht spät war um bis Victoria zu hitchen haben wir uns dazu entschlossen in ein Hostel zu gehen. Das beste am Hostel… Sauna inkl.

Vor dem Saunieren mussten wir aber erst noch frisches Campinggas finden. Und finde das mal abseits vom PCT. Anscheinend kennt das hier oben im Carcamping und Kayak Land niemand. Nur Gaskartuschen mit Außengewinde waren zu finden. Aber schlussendlich, in einem Reifengroßhandel gab es dann doch unsere Kartuschen. Die 1kg Variante. Aber die sollte jetzt für den Rest unseres Urlaubs reichen. Hoffentlich? Fingers crossed?

Heute früh haben wir uns dann in einem Starbucks zum Frühstücks Capu ein super schönes kanadisches Hitchhiker Schild gebastelt. Wunderschön und ans patriotische Herz der Kanadier appellierend. Und nach keiner halben Stunde wurden wir dann mitgenommen. Zwar nur bis Courtenay, aber hey… viele kleine Schritte sind auch nicht schlecht. Und so klein war dieser Schritt gar nicht, wir sind immerhin ein viertel der Strecke weit gekommen. Gefahren wurden wir in einem Chevrolet Volt. Hat mir sehr gefallen das Auto und nach der Anzeige hat der Wagen in seinem gesamten Leben bis jetzt einen Benzinverbrauch von 1,1 Liter / 100km. Ich hab nicht auf die gesamt, gefahrene Distanz geschaut, aber Holla die Waldfeh. Wenn immer nur darauf geachtet wird mit E-Antrieb zu fahren und nie Distanzen über 90km gefahren werden ist das ein super Wagen.

In Courtenay wurden wir nach keiner viertel Stunde von zwei älteren Damen mitgenommen. Sie hätten uns schon in Campbell River gesehen (Zwischen durch haben sie glaub ich Kaffee gekauft) und nachdem sie uns jetzt wieder gesehen haben, musste es ein Zeichen sein uns mitzunehmen. Also den zweiten Hitch. Diesmal angekündigt bis Parksville. Dort wollten sie ein Grünhaus in den Jeep einpacken und weiter fahren.

Für die Strecke runter Stande wir bis jetzt beide male am alten Insel Highway der durch alle kleine Orte fährt. Das war einfacher als zum neuen Highway, der Inlands verläuft, zu laufen (ganze vier Kilometer… wer sind wir denn die so eine monster Distanz laufen würden?? Pff verrückt müssen solche Leute sein).

In Parksville haben die zwei uns dann zum nachträglichen Brunch in einem Starbucks eingeladen. Capu + Tomaten Mozzarella Brötchen gabs für mich und so was in der Art auch für Simone. Während dem Essen haben wir uns dann dafür entschieden zu testen, ob wir mit dem Gewächshaus/Grünhaus ins Auto passen. Und siehe da, wir sind so dünn geworden, dass wir mühelos reinpassen. Also geht es weiter bis Duncan. Von hier aus sind es gemütliche 50 Kilometer bis Victoria und das sogar mit dem Bus. Somit ist unser Hitch Abendteuer mal wieder super zu Ende gegangen.

In Victoria sind wir wieder im Ocean Inn einquartiert, hier gibt es Frühstück, Abendessen (All you can eat) und einen freien Cocktail pro Tag zum Aufenthalt dazu. Nur sind wir einen Tag zu früh in Victoria angekommen, aber AirBnB ist immer da und wir können eine Unterkunft organisieren. Yay…

Gudhook Sierra #1

Heute früh gab es noch ein wunderbares Frühstück im Best Western. Rührei, getostes Brot mit Frischkäse, Jogurt, Fruitloops, Kaffee und O-Saft. Was gibt es besseres? Nix.

Danach mussten wir irgendwie zurück zum Trail. Option eins auf den Bus warten der zwischen Techachapi und Mojave fährt, Option zwei einen Trail-Angle anrufen ob wir gefahren werden oder per Anhalter fahren als Option drei. Wir haben zuerst die drei versucht und nach mehreren Minuten hat eine Frau für uns angehalten und sogar eingewilligt zum Trail zu fahren, ca 20 Minuten one way.

Die Frau war gerade auf ihrem Weg zur Arbeit in der lokalen Highschool. Aber da in Techachipi heute ein Snowday ist also so ne Art hitzefrei von denen drei Tage im Jahr genutzt werden müssen und da es so wenig Schnee gab einfach heute genutzt wurde. Daher meinte sie sei es kein Problem wenn sie später zur Arbeit kommt. Und warum hat sie für uns angehalten? Ihre Tochter ist gerade in Alaska und will irgendwann den PCT laufen. Und daher hat sie ihre Mutter darauf hingewiesen Anhalter mitzunehmen, da sie selber einer dieser Anhalter sein wird. Toller Zufall.

Die Wanderung heute an sich war Top. Ein wenig windig aber sonnst ideales Wanderwetter. Trotz des späten Starts sind wir so gut unterwegs gewesen dass wir es fast siebzehn Meilen geschafft haben. Um fünf haben wir dann angehalten. Die Mädels haben eine Avocado von jemandem bekommen der diese am Campingplatz gefunden hat… er mag sie nicht. Scheint lecker gewesen zu sein.

Morgen gehts weiter… 19 Meilen ca. Mal sehen Wetter soll kühler bleiben und noch nicht wirklich warm sein.

Bis Techachapi

Gestern ging es früh um vier Uhr los. Das schönste an diesem, viel zu frühen Wecker war die Milchstraße. Hier unten auf dem Wüstenboden weit ab von nervigen Lichtquellen ist die Milchstraße so richtig hervorgetreten. Ein herrlicher Anblick, leider zu kurz da wir weiter mussten. Den ganzen morgen sind wir durch die Windfarm gelaufen, von der Dunkelheit über den Sonnenaufgang bis zum späten Morgen.

Der gestrige Tag bestand aus drei Abschnitten. Der erste und letzte Abschnitt haben jeweils einige Höhenmeter beinhaltet was den Tag recht anstrengend machte. Der mittlere Abschnitt war sehr eben. Im großen und ganzen jedoch fand ich den Aufstieg sehr entspannend. Man sieht so viele Sachen. Bunte Blumen, allerlei Formationen, Eidechsen und so viel mehr.

Gegen nachmittags sind wir am höchsten Punkt des Tages (und des gesamten Abschnittes nach Techachapi) an einen Trailmagic Ort gekommen. Hier standen Sonnenschirme und Stühle für uns Hiker bereit, dazu noch einige Galeonen an Wasser. Hier haben wir einige Stunden verbracht bis die aufkommenden Wolken die Umgebungstemperatur zu ungemütlich gemacht haben und wir eine Meile weiter bis zu unserem Campingplatz gelaufen sind.

In letzter Zeit stand bei uns nur noch Cowboy Campen auf dem Plan. Ein mal angefangen und schon wird man zu faul um das Zelt aufzubauen. Es ist einfach so einfach nur das Groundsheet hinzulegen, Luftmatratze aufzublasen und hinlegen. Super easy und auch einfach abzubauen.

Der Wecker ging heute wieder um vier Uhr… wir wollten die Milchstraße noch mal sehen. Aber heute hatten wir kein Glück. Dafür gab es bis fünf von mal eine weitere Stunde Schlaf.

Heute ging es eigentlich nur noch bergab. Knapp neun Meilen bis zu einer Straße an der es am Einfachsten ist nach Techachapi zu hitchen. Und wieder entlang einer riesigen Windfarm… angeblich einer der größten überhaupt.

Am Parkplatz angekommen haben wir einen Trailangel aus Techachapi angerufen um uns nach mehreren Minuten erfolglosen Hitch Versuchen abzuholen. In der 13.000 Einwohner Stadt gibt es knapp 30 Trailangel die ihre Nummern bei den verschiedenen Trailheads hinterlegen damit die Hiker bei ihnen Anrufen können sollten sie etwas brauchen. Total toll 🙂

Jetzt liegen wir im Bett eines der beiden Best Western Hotels in der Stadt und entspannen erst mal. Nachher geht es noch in den Pool und in die Jacuzzi. Das ist mal ein richtiger Neroday. Morgen folgt noch ein Zero und übermorgen geht es weiter. Die letzten 140 Meilen bis nach Kennedy Meadows und das finale Stück in Südkalifornien bevor es in die Sierras geht.