Abgabe, Fähre und Victoria

Gestern ging es von unserer kleinen Insel, die schon vorgestern von Insulanern angepaddelt wurde, zurück aufs quasi Festland (Quadra Island). Am Montag ist Tag der Arbeit und somit Feiertag in Kanada und viele entscheiden sich dafür, auch den Freitag frei zu nehmen und somit ein langes Wochenende genießen zu können. Vorgestern Abend kamen schon zwei, zweier Gruppen auf die Insel von denen eine Gruppe auch ein Zeltlager aufgebaut hat.

Nach dem Anlanden ging es zuerst zum Karamell Macchiato ins Cafe neben dem Supermarkt, danach zurück zum Kayak Verleih um ein Auto zu organisieren mit dem wir das Kayak abholen können. Geholfen hat hier uns der Besitzer des Verleihs den wir schon am ersten Tag angetroffen hatten.

Nach dem Ausladen und wieder-in-die-Rucksäcke verladen sind wir zurück zum Heriot Inn um unsere Wäsche zu waschen und zu duschen. Im Anschluss hieran sind wir die vier Kilometer zur Quadra-Campbell River Fähre gehitched und diese gerade noch so erreicht. Zu unserer Überraschung mussten wir für den Zurückweg nicht zahlen, da mit dem Hinfahrt-Ticket schon die Rückfahrt mit inbegriffen ist.

In Campbell sind wir dann gegen vier Uhr Anteilen und da es dann schon recht spät war um bis Victoria zu hitchen haben wir uns dazu entschlossen in ein Hostel zu gehen. Das beste am Hostel… Sauna inkl.

Vor dem Saunieren mussten wir aber erst noch frisches Campinggas finden. Und finde das mal abseits vom PCT. Anscheinend kennt das hier oben im Carcamping und Kayak Land niemand. Nur Gaskartuschen mit Außengewinde waren zu finden. Aber schlussendlich, in einem Reifengroßhandel gab es dann doch unsere Kartuschen. Die 1kg Variante. Aber die sollte jetzt für den Rest unseres Urlaubs reichen. Hoffentlich? Fingers crossed?

Heute früh haben wir uns dann in einem Starbucks zum Frühstücks Capu ein super schönes kanadisches Hitchhiker Schild gebastelt. Wunderschön und ans patriotische Herz der Kanadier appellierend. Und nach keiner halben Stunde wurden wir dann mitgenommen. Zwar nur bis Courtenay, aber hey… viele kleine Schritte sind auch nicht schlecht. Und so klein war dieser Schritt gar nicht, wir sind immerhin ein viertel der Strecke weit gekommen. Gefahren wurden wir in einem Chevrolet Volt. Hat mir sehr gefallen das Auto und nach der Anzeige hat der Wagen in seinem gesamten Leben bis jetzt einen Benzinverbrauch von 1,1 Liter / 100km. Ich hab nicht auf die gesamt, gefahrene Distanz geschaut, aber Holla die Waldfeh. Wenn immer nur darauf geachtet wird mit E-Antrieb zu fahren und nie Distanzen über 90km gefahren werden ist das ein super Wagen.

In Courtenay wurden wir nach keiner viertel Stunde von zwei älteren Damen mitgenommen. Sie hätten uns schon in Campbell River gesehen (Zwischen durch haben sie glaub ich Kaffee gekauft) und nachdem sie uns jetzt wieder gesehen haben, musste es ein Zeichen sein uns mitzunehmen. Also den zweiten Hitch. Diesmal angekündigt bis Parksville. Dort wollten sie ein Grünhaus in den Jeep einpacken und weiter fahren.

Für die Strecke runter Stande wir bis jetzt beide male am alten Insel Highway der durch alle kleine Orte fährt. Das war einfacher als zum neuen Highway, der Inlands verläuft, zu laufen (ganze vier Kilometer… wer sind wir denn die so eine monster Distanz laufen würden?? Pff verrückt müssen solche Leute sein).

In Parksville haben die zwei uns dann zum nachträglichen Brunch in einem Starbucks eingeladen. Capu + Tomaten Mozzarella Brötchen gabs für mich und so was in der Art auch für Simone. Während dem Essen haben wir uns dann dafür entschieden zu testen, ob wir mit dem Gewächshaus/Grünhaus ins Auto passen. Und siehe da, wir sind so dünn geworden, dass wir mühelos reinpassen. Also geht es weiter bis Duncan. Von hier aus sind es gemütliche 50 Kilometer bis Victoria und das sogar mit dem Bus. Somit ist unser Hitch Abendteuer mal wieder super zu Ende gegangen.

In Victoria sind wir wieder im Ocean Inn einquartiert, hier gibt es Frühstück, Abendessen (All you can eat) und einen freien Cocktail pro Tag zum Aufenthalt dazu. Nur sind wir einen Tag zu früh in Victoria angekommen, aber AirBnB ist immer da und wir können eine Unterkunft organisieren. Yay…

Gudhook Sierra #1

Heute früh gab es noch ein wunderbares Frühstück im Best Western. Rührei, getostes Brot mit Frischkäse, Jogurt, Fruitloops, Kaffee und O-Saft. Was gibt es besseres? Nix.

Danach mussten wir irgendwie zurück zum Trail. Option eins auf den Bus warten der zwischen Techachapi und Mojave fährt, Option zwei einen Trail-Angle anrufen ob wir gefahren werden oder per Anhalter fahren als Option drei. Wir haben zuerst die drei versucht und nach mehreren Minuten hat eine Frau für uns angehalten und sogar eingewilligt zum Trail zu fahren, ca 20 Minuten one way.

Die Frau war gerade auf ihrem Weg zur Arbeit in der lokalen Highschool. Aber da in Techachipi heute ein Snowday ist also so ne Art hitzefrei von denen drei Tage im Jahr genutzt werden müssen und da es so wenig Schnee gab einfach heute genutzt wurde. Daher meinte sie sei es kein Problem wenn sie später zur Arbeit kommt. Und warum hat sie für uns angehalten? Ihre Tochter ist gerade in Alaska und will irgendwann den PCT laufen. Und daher hat sie ihre Mutter darauf hingewiesen Anhalter mitzunehmen, da sie selber einer dieser Anhalter sein wird. Toller Zufall.

Die Wanderung heute an sich war Top. Ein wenig windig aber sonnst ideales Wanderwetter. Trotz des späten Starts sind wir so gut unterwegs gewesen dass wir es fast siebzehn Meilen geschafft haben. Um fünf haben wir dann angehalten. Die Mädels haben eine Avocado von jemandem bekommen der diese am Campingplatz gefunden hat… er mag sie nicht. Scheint lecker gewesen zu sein.

Morgen gehts weiter… 19 Meilen ca. Mal sehen Wetter soll kühler bleiben und noch nicht wirklich warm sein.

Bis Techachapi

Gestern ging es früh um vier Uhr los. Das schönste an diesem, viel zu frühen Wecker war die Milchstraße. Hier unten auf dem Wüstenboden weit ab von nervigen Lichtquellen ist die Milchstraße so richtig hervorgetreten. Ein herrlicher Anblick, leider zu kurz da wir weiter mussten. Den ganzen morgen sind wir durch die Windfarm gelaufen, von der Dunkelheit über den Sonnenaufgang bis zum späten Morgen.

Der gestrige Tag bestand aus drei Abschnitten. Der erste und letzte Abschnitt haben jeweils einige Höhenmeter beinhaltet was den Tag recht anstrengend machte. Der mittlere Abschnitt war sehr eben. Im großen und ganzen jedoch fand ich den Aufstieg sehr entspannend. Man sieht so viele Sachen. Bunte Blumen, allerlei Formationen, Eidechsen und so viel mehr.

Gegen nachmittags sind wir am höchsten Punkt des Tages (und des gesamten Abschnittes nach Techachapi) an einen Trailmagic Ort gekommen. Hier standen Sonnenschirme und Stühle für uns Hiker bereit, dazu noch einige Galeonen an Wasser. Hier haben wir einige Stunden verbracht bis die aufkommenden Wolken die Umgebungstemperatur zu ungemütlich gemacht haben und wir eine Meile weiter bis zu unserem Campingplatz gelaufen sind.

In letzter Zeit stand bei uns nur noch Cowboy Campen auf dem Plan. Ein mal angefangen und schon wird man zu faul um das Zelt aufzubauen. Es ist einfach so einfach nur das Groundsheet hinzulegen, Luftmatratze aufzublasen und hinlegen. Super easy und auch einfach abzubauen.

Der Wecker ging heute wieder um vier Uhr… wir wollten die Milchstraße noch mal sehen. Aber heute hatten wir kein Glück. Dafür gab es bis fünf von mal eine weitere Stunde Schlaf.

Heute ging es eigentlich nur noch bergab. Knapp neun Meilen bis zu einer Straße an der es am Einfachsten ist nach Techachapi zu hitchen. Und wieder entlang einer riesigen Windfarm… angeblich einer der größten überhaupt.

Am Parkplatz angekommen haben wir einen Trailangel aus Techachapi angerufen um uns nach mehreren Minuten erfolglosen Hitch Versuchen abzuholen. In der 13.000 Einwohner Stadt gibt es knapp 30 Trailangel die ihre Nummern bei den verschiedenen Trailheads hinterlegen damit die Hiker bei ihnen Anrufen können sollten sie etwas brauchen. Total toll 🙂

Jetzt liegen wir im Bett eines der beiden Best Western Hotels in der Stadt und entspannen erst mal. Nachher geht es noch in den Pool und in die Jacuzzi. Das ist mal ein richtiger Neroday. Morgen folgt noch ein Zero und übermorgen geht es weiter. Die letzten 140 Meilen bis nach Kennedy Meadows und das finale Stück in Südkalifornien bevor es in die Sierras geht.

Magic

In honor to Eric and Alexis this one is in English

As we arrived on the desert floor a few miles before Hikertown we decided it would be a nice idea to hitch the remaining miles to Wee Vill market. Little did we know… in the middle of nowhere there ain’t any uber drivers waiting for hungry hikers (we tried for over thirty minutes to contact a driver, but non would respond). Moral was low as we knew it wouldn’t happen, as all of a sudden a car drove up the road. Sandra took the change and signaled for a hitch. What are the chances that they will stop… near zero. But surprise surprise, they stoped… and even where willing to drive us to Wee Vill Market.

Eric (the driver) did know the PCT and did live on this desolated road a long time ago (As kid) and only because he knew about the PCT did he stop.

We talked about the trail, about this region, about his backpacking experience, how long we have been on trail and so on. Halfway to the Market he and Alexis his wife decided, that there was no way the Market could have any suitable, good tasting meals for three hungry hikers and so he pulled a u-turn and drove in another direction.

What we had hiked in the past two days we backtracked within twenty minutes with the car… a few miles before Green Valley we stoped at a rustic, old and charming restaurant. There we got a wonderful meal and real beer 🙂 The „805“ is one tasty beer.

And the most amazing part of the evening… Eric did pay for our bills… That blew us away… How can someone be that generous to three strangers they met not even two hours ago.

After the meal he drove us back to the market. Another thirty minutes and adding to the existing two hours he had to drive back home. Incredible people those two.

There is a saying…

„The Trail provides…“ and it is so true. Thank you Eric and Alexis!

Hiker Heaven

Heute standen ganze zehn Meilen auf den Tagesplan, also vom Acton KOA bis zum Hiker Heaven in Agua Dulce. Die Nacht haben Simone und ich Cowboy campend verbracht. An sich war die Nacht sehr angenehm bis auf den Amtrak der alle paar Stunden am Campingplatz vorbei fuhr und bei mehreren unbeschrankten Bahnübergängen seine Ankunft signalisieren musst.

In der früh haben Sandra und ich wie gewohnt um fünf unsere Sachen gepackt und sind aufgebrochen. Es standen knapp sechshundert Höhenmeter auf dem Tagesprogramm, die sich aber so angenehm verteilten, dass kein Schweißtropfen die Stirn runterfließen wollte. An der höchsten Erhebung des Tages, knapp viereinhalb Meilen nach dem Start stand das Frühstück auf dem Programm. Heute: Pizza des Vortages. Zwiebeln und Knoblauch, was gibt es leckereres zum Frühstück? Genau, nix!

Ach genau: wir sind auch noch an dem offiziellen Completion Monument des PCT vorbeigekommen. Hier wurde der PCT offiziell fertiggestellt (05.Juni 1993)

Danach ging es so gut wie nur noch bergab. Heute hab ich versucht meine Knie ein wenig zu entlasten indem ich verstärkt in die Oberschenkel gegangen bin. Das ganze Bergablaufen tut vor allem dem rechten Knie nicht super gut. Die Versuche waren aber erfolgreich 🙂

Am zweit tiefsten Punkt des Tages haben wir den Highway 14 durch einen Tunnel unterwandert. Eine lange, gerade, dunkle Röhre.

Danach kamen wir in den Vasquez Rocks County Park in dem schon mehrere Blockbuster Filme gedreht wurden. Aber ich hab die Landschaften dank meines immensen Filmwissens nicht

erkannt.

In Agua Dulce gab es als erstes ein zweites (Burger) Frühstück. Gefolgt von einer Trailangel-Fahrt zum Hiker Heaven. Unser Fahrer war Numbers, ein früherer PCT Hiker den wir schon bei Scout und Frodo kennengelernt hatten. Anscheinend folgt er der PCT Hiker Welle und hilft bei verschiedenen Trailangel aus, die er aus seinem vorherigen Thruhike kennengelernt hatte.

Hiker Heaven ist ein lustiger Ort. Riesiger Backyard mit duzenden von Zelten und Kuppeldomen für alle möglichen Hiker (maximal 50). Anders als bei Scout und Frodo wird man hier nicht bekocht… aber das sollte nach einem Monat Trail kein Problem darstellen. Ansonsten bekommt man hier eine Dusche, Dixieklos, Möglichkeiten zum kochen, nähen und Post verschicken. Außerdem wird die Wäsche von den Saufley‘s (den Trailangeln) gewaschen. Und es gibt Soda Dosen für 1$ 😁

Also war heute ein toller Tag. Nero mit 10 Meilen und morgen geht es richtig Green Valley los. Dort warten die Anderson’s auf PCT Hiker und für nur einen Tanz (egal wie, obligatorisch) gibt es die diesjährige PCT Stirnbänder. Yay!!

Wrightwood & Gipfel

Am gestrigen Zero in Wrightwood haben wir eine kleine Pizzeria zum Mittagessen ausprobiert, die den Kommentar in der Gudhook App von zwei Italienern hatte „Best pizza and lasagna on the PCT“. Gelogen haben die zwei nicht. Die Mittagspizza war so gut, dass wir unsere Abendessens Pläne in den Wind schmissen und weiter Pizzen für den Abend holten. Keiner hat seine komplette Pizza geschafft, so dass wir alle für den heutige Tag eine Frühstückspizza genießen konnten.

Heute ging es nach drei Meilen hoch auf den Baden Powell. Ein sehr schöner vier Meilen langer, 2.800 feet steiler Aufstieg. Baden-Powell war der Gründer der Boyscouts (?).

Nach einer sehr windigen Mittagspause ging es weiter bis zum Little Jimmy Campground und dem ersten Outdoor Einsatz meiner neuen Synmat HL Winter MW. Gestern hab ich im Supermarkt ein Ramen mit Chili gefunden, also gab es Chiliramen zum Abendessen… und es war ein wenig Chili‘g, besonders beim Trinken der Suppe brannte es im Rachen. Uff.

Gegen kurz nach acht (kurz vor Hiker Midnight und schon in der Dunkelheit) rollten auch noch Boy Scouts ein. Es ist leider Wochenende, und alle erreichbaren Campsites haben Kommentare, dass an Wochenenden relativ viele anderen Hiker auf den Camps nächtigen.

Außerdem gab es Trail Magic!!! Ein älteres, lokales Pärchen kam gegen sechs Uhr zum Campground und verteilte kleine Cola Flaschen und (selbstgemachte) Schoko-Cookies. YAY!!!

Big Bear Zero

Der gestrige Zeroday war gefüllt mit Aktivitäten. Als erstes ging es zu einem kleinen Restaurant zum Frühstücken. Dort durften wir selber unsere Fanta Zapfen am Automaten der halb in der Küche stand. Wired. Als Frühstücksspeise gab es Panecakes. Statt den drei, auf der Speisekarte, gelisteten gab es für uns vier mit dem Kommentar „wenn ihr noch Nachschub wollt sagt es einfach, ihr braucht die Kalorien“. Super Hikerfreundlich. Hätte man vom Aussehen der Bedienung (älterer Herr) sich nicht Sofort denken können. Natürlich haben wir diesem Angebot nicht Wiedersehen können… auch wenn wir nur für einen zusätzlichen Pancake gebeten haben.

Nach dem Frühstück wollten Simone und ich noch zur Post, da wir dort jeweils Pakete liegen hatten. Für mich meine Kamera mit dem ganzen Equipment, für Simone ihr Alter Schlafsack und noch ein paar andere Sachen. In Idyllwild hatte sie sich auch einen Quilt gekauft um knapp 500g zu sparen. Leider hat sich der Quilt in der Schnee Nacht als zu kalt erwiesen weswegen sie ihre alten, schweren aber warmen Schlafsack wieder mitnehmen wollte.

Zur Post sind wir per Ortsbus gefahren, es gibt kein Wechselgeld dh falls man keine $ 1.50 parat hat, hat man Pech gehabt und zahlt stattdessen $ 5 oder so. Trotz der Tatsache dass wir nur zwei Haltestellen weiterfahren wollten und die Busfahrerin sogar gefragt hatte ob wir zur Post wollen, hat die Fahrerin es geschafft uns innerhalb von drei Minuten zu vergessen. Und ehe wir was sagen konnten war es zu spät und wir bekamen eine kostenlose, vierzig minütige Stadtrundfahrt durch Big Bear City. Yay.

Schlussendlich durften wir doch noch beim Postoffice aussteigen und unsere Pakete entgegen nehmen. Ich habe mich dazu entschlossen meine Kamera doch noch für ein paar Meilen weiter nach Norden bouncen zu lassen. Das Geniale am amerikanischen Postsystem ist es nämlich, dass ungeöffnete Packete (vermutlich nur spezielle) einfach so für (keinen großen Aufpreis) weiter geschickt werden können. Super Sache und ich musste nichtmal irgendwas zahlen, auch nicht für die zusätzliche Versicherung.

Zurück zum Hotel haben wir uns dazu entschlossen zu hitchen. Viel zuverlässiger als der Bus und ehrlich gesagt dauert es nie länger als 10 Minuten und ist immer interessant.

Zurück im Hotel haben wir noch ausgecheckt und sind per Anhalter nach Big Bear Lake gefahren. Dort in den Robinson Inn und erst mal entspannen.

Später ging es zu einem Riesen Einkauf zu Vons (einem Supermarkt) der für einige in der Gruppe sehr teuer wurde. Wer hätte gedacht dass heikle Vegis am günstigsten wegkommen. Für den Abend gab es noch eine frische Zwiebel, Tomatenstücke, Parmesan, nasse Annas und Nudeln. Ein Festessen wie es selbst ein Restaurant nicht besser geschafft hätte. Zurück (2-3 Meilen, weil wir sind ja in der USA, da ist nichts mal nur nebenan) ging es wieder per Anhalter. Nach dem Einkauf haben wir noch die verschiedenen Ausstatter (Outdoor) von Big Bear Lake abgeklappert nur um enttäuscht wieder die Läden zu verlassen. Nur Sachen für Carcamper. Viel zu schwer und nicht ultra lite.

Abends ging der Tag mit dem herrlichen, selbst-gemachten Abendessen zu Ende.

Heute sind wir, nach einem Frühstücks-Bagel, zurück zum PCT gehitched und weiter ging die große Wanderung. Außer dem Zustieg zum PCT ging es so gut wie nur bergab. Mal wieder durch tolle Pinienwälder. Morgen überqueren wir Meile 300 und kommen an den Deep Creek Hot Springs vorbei (nachmittags). Das wird ein Erlebnis, denn ungetestet bleiben die nicht!

Winterwunderland

Wir sind in einer Winterzauberlandschaft aufgewacht.

Geschlossene Schneedecke wo das Auge auch hinschaut. Im Zelt war alles noch gut, aber der sofortige Aufbruch ohne Frühstück (Normaler weise essen wir ja erst zwei Stunden nach dem Loslaufen) hat den Körper ganz schön Energie entzogen. Es war gefühlt sehr kalt. Dennoch war die Wegfindung super leicht. Auch wenn es nicht wirklich viele wegweisenden Pfosten auf dem PCT gibt, bzw diese Pfosten gibt es an unübersichtlichen Stellen, war der Trail immer irgendwie zu erkennen. An den Seiten verschneites Gestrüpp, und dort wo nur Schnee zu sehen war und eine Mulde zu erkennen war

musste der Weg entlanglaufen.

Bei der Frühstückspause sind mir meine Fingerspitzen eingefroren und es hat über eine Stunde weiter laufen und bewegen gebaucht um das Gefühl wieder in die Finger zu bekommen. Zwar hab ich dünne Handschuhe mitgenommen, aber das sind halt dünne und die sollten nicht zwischen drinnen fürs Frühstück ausgezogen werden.

Bei der nächsten Möglichkeit für einen Hitch also bei der nächsten Zufahrtsstraße zum Highway sind wir abgebogen und haben nach keinen zehn Minuten einen hitch nach Big Bear City bekommen. Leider war der Inn an dem wir rausgeschmissen wurden schon ausgebucht, also ging es für uns zuerst zur Wäscherei, danach zu einem Mexikaner zum Essen und am Schluss ging es in das lokale Motel 6. Zuvor hat uns jedoch der Inn-Besitzer noch auf zwei Gläser Wein eingeladen, hat ewig mit uns über Gott und die Welt… Na ja über alles Mögliche hat… geredet und seine Meditationsstunde um eineinhalb Stunden verschoben. Super lustiger Typ.

Am Abend sind wir dann in ein Amerikanisches Restaurant (Wyatt Grill) im Big Bear Lake (nicht City laut Maps) Convention Center gegangen. Drinnen war der halbe Ort versammelt, es wurde getanzt, es wurden Geburtstage gefeiert und es war so… gefühlt typisch amerikanische Kleinstadt. Das Essen war gut 🙂

Morgen genießen wir einen Zero Tag, mit viele hin und herlaufen. Hier ist alles super weit auseinander gelegen. Aber das ist auch so was Amerikanisches. Nix für Fußgänger.

Und ganz gute Neuigkeiten:

In Wreightwood wartet eine niegelnagel Neue Luftmatratze auf mich. Exped hat sich sehr entgegenkommend gezeigt. Sobald ich die neue habe, muss ich die Alte zerschneiden und denen ein Bild von der kaputten Matratze zuschicken. Ich freu mich schon auf das neue Schlafgefühl in ca acht Tagen.

Trailname

Heute, unserem ersten von zwei Neros (Near Zero-Days), hab ich meinen Trailname angenommen. Ab heute bin ich „Keyboard“ der mit „EarlyUp“ (Simone) und „Early Bird“ (Sandra) unterwegs.

Heute morgen sind wir pünktlich wie immer um fünf Uhr aufgestanden, um die restlichen vier Meilen bis zum Paradise Valley Cafe zu laufen. Wir hätten zwei einhalb Stunden laufen müssen um Pünktlich zur Öffnung des Cafes vor Ort zu sein. Leider hat dieser Plan trotz stärksten Bemühungen nicht geklappt… nach einer Stunde stand ich an der Abzweigung zum Cafe mit nur noch knapp unter einer Meile zu laufen. Mit diesem planerischen Versagen kamen wir über einer Stunden zu früh am Cafe an, somit hieß es warten. Für die lange Warterei wurden wir mit einem herrlichen amerikanischen Frühstück belohnt. Für mich gab es ein Omlet mit Ricotta, Spinat, Hashbrowns und einem Toast, dazu noch allyoucandrink Kaffee. Ein gelungener Morgen.

Nach dem Frühstück ging es per Anhalter nach Idyllwild weiter wo unser erster Nero anfing. Nachausführlichem Duschen während unsere Wäsche gewaschen wurde… MERKE: Wäschewaschen bringt nichts. Schon nach ein paar Minuten stinkt man wieder. Aber die Hoffnung das es doch etwas bringt überwiegt bei jeder Gelegenheit.

Am frühen Abend ging es noch zu einem lokalen, mexikanischen Restaurant bei dem es (hardshell) Tacos für 1,50$ pro Stück gab… Nach vier von diesen ging es wieder zurück zu unserer Unterkunft in der es einen wunderschönen Kamin gab der natürlich entzündet wurde. Dazu gab es noch gekühltes Rootbeer… Ein super Abend. EarlyUp hat versucht in ihrem neuen Quilt auf der Terrasse zu nächtigen, um die Wärmeleistung zu testen. Jedoch wurden die Straps um die Luftmatratze vergessen und so ging es mitten in der Nacht zurück auf den Wohnzimmerteppich.

Den nächsten Vormittag haben wir mit Einkäufen und rumlaufen verbracht. Ich habe mir eine neue Wasserblase gekauft, da ich nur mit Flaschen zu wenig trinke (ich muss fast den Rucksack absetzten um an die Wasserflaschen zu kommen) und ich von meiner normalen Deuter Blase den Verschluss zu Hause liegen gelassen habe. Und zu der neuen Blase gab es noch einen Kompressionssack, damit ich meinen Quilt anstatt auf sechs Liter runter zu komprimieren auf drei Liter zu verkleinern. Dadurch bekomme ich ein wenig mehr Platz im Rucksack. Über den Mittag wurde mal wieder Siesta gemacht, wobei die Temperatur hier in Idyllwild nur noch auf 18 Grad ansteigt. In zwei Stunden (16:00) geht es dann an den Aufstieg um wieder zum Trail vorzustoßen. Ich schätze für die tausend Höhenmeter werden wir mit unseren 18-21kg Rucksäcken ca. Zwei bis drei Stunden brauchen. Morgen wird’s einen fast dreitausend Meter tiefen Abstieg auf 19 Meilen geben. Darauf freuen sich die Knie schon… Ach ja und morgen besteigen wir auch noch den San Jacinto mit seinen 3302 Höhenmetern. Yay ohne Rucksack, drauf freue ich mich schon.

Warner Springs onwards

Sonntag Nachmittag sind wir in Warner Springs angekommen, haben einen kühlen Eistee genossen, haben uns eine Bucketshower gegönnt und sind danach über einen Schleichweg in das sogenannte Zentrum von Warner Springs gelaufen um dort bei einem Golf Club Grill Abend zu essen. Eines muss man den Amies lassen… REFILLS ohne Ende!!! War das super… ein mal ne Sprite kaufen und so viel trinken wie du magst… super! Nach dem Essen wurden wir dann per Zufall beim Zahlen von einem alten, aus Deutschland ausgewanderten Ehepaar erkannt und nach mehreren Minuten „Wie schön ist es andere deutsche zu sehen!“ wurden wir von Heinz (Ludwig), der schon ein paar Drinks intus hatte, zurück zum Campingplatz gefahren.

Am nächsten Tag hieß es mal ausschlafen bis halb Sieben. Um acht Uhr hätte das Post Office geöffnet, aber da auf dem Campingplatz um die Fünfzig Hiker auf ihre Pakete gewartet haben, entschlossen wir uns dazu, erst mal um acht Uhr bei dem kleinen Outfitter gleich am Community Center (Camping Platz) vorbei zu schauen und uns ein wenig Beraten zu lassen. Sandra hatte ihre Luftmatratze irgendwo liegen gelassen und auch Simona war mit ihrer nicht zufrieden (Diese war eine Mischung aus Isolierung und Luft und hat immer Frust bereitet beim Zusammenpacken). In dem Outfitter haben wir auch gleich jeder noch Inlets für die Socken gekauft, d.h. Ganz dünne Socken, die sogar einzelne Abteile für die Zehen haben, um zukünftigen Blasen vorzubeugen.

In dem Outfitter haben sich Simone und ich auch noch neue Schuhe gekauft. Meine La Sportiva aus Pfronten erwiesen sich in den letzten sieben Tagen auch als viel zu eng. Mit den neuen fühlt sich das Laufen wieder gut an. Gegen elf Uhr entschieden wir uns dann doch zum Post Office zu gehen, der erste Versuch die eine Meile zu Hitchhikern schlug leider fehl, da uns niemand mitnehmen wollte, also ging es über den kleinen Trampelpfad in die „Stadt“ hinein. Im Resupply Packet gab es dann wieder frische M&M‘s, neue (alte) Knorr Gerichte für den Abend (yay) und frisches Oatmeal.

Auch haben wir ein Packet nach Deutschland geschickt mit alten Items die wir nicht mehr brauchen. Wie z.B. Meine Schuhe und eine Veste die ich mitgenommen haben… Wer braucht auf dem PCT auch noch eine Weste… Verrückt!

Nach dem Post Office besuch haben wir relativ zügig einen Hitch zum Campingplatz zurück bekommen. Nun wirklich in der Mittagshitze gab es auch kein daran denken loszulaufen. Also wurde wieder eine Bucketshower getätigt und bis 15:00 im Schatten versessen. Dann ging es aber noch los… 10 Meilen standen auf dem Abendprogramm. Nach der Hälfte gab es erst mal Abendessen damit genug Kraft vorhanden war um das letzte Stück Steigung auch noch zu bewältigen. Auf den letzten zwei, drei Meilen ging die Sonne in einem schönen Sonnenuntergang unter. Auf die letzte halbe Meile hab ich auch noch Billy Goat eingeholt der sich auch zum Zeltplatz schleppte. Sein Wanderkollege watete oben schon. Zwei Zeltplätze waren schon belegt und bis zum Morgengrauen waren es neun Zelte und drei Cowboycamper. Cowboycamping ist einfach Zelten ohne Zelt, also Luftmatratze aufblasen, in Schlafsack rein und einschlafen. Leider haben wir an diesem Abend Sandra verloren. Ihr war der Aufstieg zu lang und hat sich ca. 1.7 Meilen vor dem Ziel schlafen gelegt.

Am Morgen sind wir dann zu zweit (fast, normalerweise wären es zwei Stunden) die übliche Distanz vor dem Frühstück gelaufen und haben uns ab kurz nach sieben nach einem Frühstücksplatz umgeschaut. Eine gute Zeit später kam Sandra dann auch um die Ecke und während wir schon wieder einpackten und weitermarschiert sind hat sie die, nun schon heiße, Morgensonne genossen. Unser Zeil für die Mittagssiesta war ‚Mikes‘-Place. Einer der vielen Trailangel die ihre Grundstücke PCT-Hikern zur Verfügung stellen. Mike selber war nicht zuhause, aber andere Helfer. Dort angekommen gab es Bratkartoffeln mit Zwiebeln vom Grill, frisches Wasser und ein super cooles Schaukelsofa um ungefähr vier Stunden Siesta zu machen und somit die Mittagshitze zu überbrücken. Aber bevor wir verhocken konnten, ging es um drei Uhr wieder weiter, um unsere Schlafplätze noch zu erreichen. Nach gute zwei Meilen bergauf, ging es ab dem Höhepunkt nur noch bergab. Was eine schöne alternative zum Vormittag war.

Jetzt blieben nur noch achtzehn Meilen übrig bis zum Paradise Valley Cafe. Aber anstatt sich Abzuquälen haben wir uns dazu entschlossen diese Distanz auf zwei Tage aufzuteilen. Als erstes vierzehn Meilen und am letzten Tag des Abschnittes Warner Springs – Paradise nur noch vier Meilen um pünktlich um acht Uhr zur Öffnung des Cafes frühstücken zu können.

Die vierzehn Meilen wurden in neun in der Früh und die restlichen fünf am Abend unterteilt. Die Mittagssiesta (ca. 4,5h) haben wir neben einem riesigen Steinfelsen verbracht der erstklassigen Schatten gespendet hat. Herrlich. Jetzt stehen nur noch vier Meilen an um ins Paradis zu kommen. Wir können es kaum erwarten 🙂