Kaltes Wasser

Meile: 1478.1

Gelaufen: 23

Nach entspannten sieben Stunden Schlaf klingelte Simones Handy pünktlich um fünf. Aus irgendeinem Grund entschied sich meine Uhr nicht zu klingeln, ob das an den nur noch sieben Prozent Akku lag? Ich weiß es nicht.

Aber nichtsdestotrotz waren wir wach und im Gegensatz zu gestern putzmunter. Der Zeltplatz war gestern so klein dass zwischen unseren Zelten nur noch ein winziger Gang von zehn Zentimetern lag und zu diesem Gang zeigten unser beider Eingänge. Entsprechend lustig gestaltete sich der Ein- und Ausstieg aus dem Zelt sowohl am Abend wie auch in der Früh.

Heute war unser Plan möglichst viele Meilen am Vormittag bzw bis zum Mittag zurückzulegen. Eigentlich war mein Plan war es eigentlich bis zwölf zu laufen. Die Idee war, dadurch die größte Hitzewelle zwischen zwölf und vier mit unserer Siesta zu überbrücken.

Als ich dann aber um zwanzig vor elf schon fast die sechzehn Meilen geknackt hatte, entschied ich mich beim Ash Camp am McCloud River die Mittagspause einzuläuten.

Leider war der Fluss viel zu kalt um sinnvoll darin baden zu können, bzw hat das Gehirn entschieden die Kälte sei die Abkühlung nicht wert. Somit blieb es beim knietiefen durchwaten des Wassers.

Zum Abendessen gab es mal wieder eine heiße Schokolade, wie es sich herausstellte nicht die letzte wie ich vermutete sondern die vorletzte. Also gibt es morgen ganz einfach noch mal eine heiße Schokolade mit der Ausnahme, dass es diese zum Mittagessen gibt. Generell haben wir auf unserem jetzigen Abschnitt zu wenig Snacks dabei. Da kommt so eine Getränk gerade richtig um ein paar zusätzliche Kalorien zu liefern. Heute gab es deshalb schon den Rest meiner Nutella Dose. Irgendwie muss der Hunger gestillt werden.

Unser Abendcamp Platz wird von Wespen beherrscht. Schon nachdem ich angekommen bin schwirrten die über all an meinem Rucksack rum, aber schon zum Abendessen nervten uns zwei.

Jetzt liegen wir im Zelt, draußen hört es sich an wie ein Wespen Nest und dazu mischen sich jede Menge Moskitos.

Kurze Nächte

Meile: 1455.1

Gelaufen: 22.4

Gestern viel es uns schwer einzuschlafen. Somit gestaltete sich die Nacht als eine sehr kurze und unzureichende Angelegenheit. Nach nicht einmal fünf Stunden klingelte der Wecker und unter Widerwillen standen wir auf. Mit klar spürbarem Schlafmangel verlief der Vormittag eher schlecht als recht, Müdigkeit ist kein guter Wanderpartner.

Zur Mittagspause haben wir dann doch unsere relativ üblichen zwölf Meilen geschafft und in den vier Stunden der Pause mindestens die Hälfte damit verbracht unsere Ruhe Reserven wieder aufzuladen. Seit gestern haben wir einen neuen Brotaufstrich (Weil es bei der Ranch kein Peanut Butter gab) und zwar cream and cookies. Also Nutella gemixt mit Oreos. Schmeckt interessant wird aber nicht mein goto Aufstrich. Gestern habe ich auch meinen letzten Bagel gegessen und somit bin ich gezwungen für die nächsten drei Tage Tortillas zu essen. Ich liebe die Vollkorn Bagels und Versuch Tortillas eigentlich zu meiden. Aber nichts zu essen ist auch keine Option.

Die restlichen zehn Meilen heute verliefen okay. Nicht zu langweilig und nicht spannend. Außer eventuell der Moment als die Sonne hinter ein Wolkenband gewandert ist (kurz vor Sonnenuntergang und mit Mount Shasta im Hintergrund) und sich der Himmel schon mal im Voraus rot gefärbt hat. Das wird die kommenden Wochen sicherlich sehr oft vorkommen, da es vermutlich mit dem Rauch der Waldbrände zusammenhängt.

Von 0 auf 3 in 10 Minuten

Meile: 1432.7

Gelaufen: 23 + 0.3 von der Ranch

Trotz der anstehenden dreiundzwanzig Meilen klingelte der Wecker heute eine Stunde später. Wir wollten noch das Frühstück von der Ranch mitnehmen und dieses gab es frühestens ab 06:45.

Waffeln und Rührei kombiniert mit einer Tasse Kaffee rundeten das aufstehen super ab. Danach wurde noch gezahlt und dann waren wir abfahrtsbereit. Die Ranch operiert auf einem Vertrauens Prinzip. Wenn jemand neu ankommt, bekommt er einen kleinen Zettel auf dem er alle Positionen (Camp, duschen, waschen, Seife, Spülmittel, Lebensmittel etc.) selbstständig auflisten soll und am Schluss wird anhand dieses Zettels abgerechnet. Ich finde das System super und denke dass die meisten sich auch daran halten. Sonst würde es nicht funktionieren.

Nach zehn Meilen sind wir an den Burney Falls vorbei gekommen. Ein imposanter Anblick, auch wenn extrem viele Menschen unterwegs waren. Ich jedenfalls bin über asphaltierte Serpentinen bis unten zu den Fällen gelaufen und habe mal wieder das Stativ und meine Kamera ausgepackt. Wie so immer muss ich bis Oktober warten um die Bilder „richtig“ zu bearbeiten. Bis dahin müssen einfache, bearbeitete jpg-Bilder ausreichen die ich von meiner Kamera via WiFi auf das Handy ziehen kann. Leider bekomme ich aber ohne zusätzliche Hardware keine Rohdatein auf mein Smartphone.

Simone die ein klein wenig später zu den Fällen bzw zu der Abzweigung kam, waren es zu viele Menschen Massen und so entschied sie einfach weiter zu laufen. Ich hatte schon so ein Gefühl als ich sie bei den Fällen nirgendwo gesehen hatte, und nachdem ich weiter zwei Meilen gelaufen bin ohne sie einzuholen habe ich mich zu einem kurzen Mittagessen entschieden. Ein paar weitere Meilen dem Trail folgend hab ich sie dann an einer Brücke wieder getroffen. Ich bin mir nicht sicher ob wir schon mal getrennt zu Mittag gegessen hatten. Na ja ein mal ist immer das erste Mal.

Der Rest verlief ganz normal für die letzten paar Tage. Nach dem Abendessen viel uns das anlaufen ein klein wenig schwer und es hat ganze zehn Minute gebraucht um annähernd und Betriebsgeschwindigkeit zu gelangen.

An unserer Campsite regieren leider wieder Moskitos und somit müssen die Zelte aufgebaut werden.