Schnitzeljagd mit Happyend

Meile: 1076.6

Gelaufen: 13.7

Heute stand ein kurzer Tag vor der Tür. Nur 13.7 Meilen. Nach dem Aufstehen stand ein längerer Aufstieg mit insgesamt knapp 900 Höhenmetern vor der Tür. Natürlich nicht durchgehend bergauf, aber schon konstant. Unser Ziel für die Mittagspause war der Frog Lake (Keine Frösche waren sichtbar/hörbar… False Advertising).

Nach freundlichen Gesprächen mit älteren Sectionhikern bzw. Wanderern die nur einen Tagesmarsch vom Carson Pass aus gestartet haben, erreichte ich gegen zehn Uhr und 12.5 Meilen den See und genoss für eine sehr kurze Zeit die Stille.

Da der Nachbarsee (Winnemucca See) anscheinend eine überaus große Beliebtheit bei Tageswanderern findet und nur eineinhalb Meilen vom Carson Pass entfernt ist (Highway 88) pilgerten hunderte von Leuten auf dem letzten Abschnitt Richtung See. Der Frog Lake liegt knapp 0.2 Meilen vor dem Winnemucca und auch nur einen Steinwurf neben dem Trail. Dementsprechend wurde er sehr gut von den Wanderern besucht. Vor allem von Hundebesitzern die Ihre Hunde in den See springen ließen.

Nach einer Dreiviertel Stunde kam dann Simone völlig durchgeschwitzt bei mir an. Sie habe sich heute sehr beeilt. Was ich ihr sofort geglaubt habe und was auch keine schlechte. Leistung war. Der See hat gelockt bzw. Die Vorfreude in ihm eine kleine Runde zu schwimmen. Nach meiner Uhr zu Urteilen, war es an meinem Handgelenk während wir geschwommen sind an die 17 Grad warm, abzüglich Handgelenk Wärme könnte der See dann so zwischen 13 und 15 Grad warm gewesen sein. Sehr erfrischend.

Nachdem wir uns von der Mittagssonne abtrockneten haben lassen, ging es dann auch schon weiter zum Pass. Wir wollten runter nach South Lake Tahoe. Dort erwartete uns eine Pizza, die wir mit dem Vorzeigen unseres Thruhiker-Permits bezahlen können.

Während wir uns mit einem Soda und einer Mandarine entspannten und nebenbei mit zwei älteren Wanderern Geschwätz hatten und sie mitbekommen haben, dass wir nach South Lake Tahoe wollen, haben sie es gleich in die Hand genommen um uns einen Hitch zu organisieren und haben gleich auf dem Parkplatz nachgefragt (ohne unser Wissen). Während dessen habe ich von einem anderen Section Hiker ein paar Essensvorräge abgenommen, die ihm zu viel waren und er nicht mehr mitschleppen wollte. Zwei mal Haferflocken, zwei Cliffbars und eine ganze Portion Mountainhouse Lasagne.

Als wir dann nach zwei Hitchs in South Lake Tahoe angekommen sind, ging es mit Umwegen zur Pizzeria um unsere Wohlverdiente Pizza abzuholen.

Da es die Woche vom vierten July ist, war es unser Plan ein Mietauto zu mieten und nach Reno (Nevada) zu fahren um dort ein günstiges Hotelzimmer zu bekommen. Beides zusammen wäre dann immer noch günstiger gewesen als ein Hotelzimmer in South Lake Tahoe. Da es aber auch noch ein Sonntag war, hatten alle Autovermietungen bis auf eine schon zu. Also schnell hin… Wir hatten ca. Eine Stunde um zur Vermietung zu kommen. Und wir haben es erfolgreich nicht geschafft. Kein Hotel wusste wo sich dieser ominöser Autoverleih befand. Wir wurden von einem Hotel zum Nächsten geschickt. So mit mussten wir uns nach einer Stunde geschlagen geben, da diese letzte Vermietung um halb fünf die Türen schloss und es eine Minute davor war. Also beschlossen wir zuerst zur Pizzeria zu gehen.

Zwischen dem hinsetzten und dem essen haben uns zwei verschiedene Frauen jeweils auf den Trail angesprochen bzw. Was wir denn so machen. Beide waren sehr interessiert und als die eine Frau während wir aßen mit ihrem Mann an unserem Tisch vorbeiging und das Lokal verließ, hat uns ihr Mann einfach so vierzig Doller auf den Tisch gelegt mit der Bemerkung „Das essen geht heute auf uns!“. Richtig coole Sache! Die zweite Überraschung erreichte uns als wir unsere vier Bierchen und Brownies bezahlen wollten: die zweite Frau hat auch schon zwanzig Euro dem Ober gegeben um diese unserer Rechnung anzurechnen.

Somit haben wir für zwei Pizzen, vier Bier und eine Portion Brownies mit drei Kugeln Eis (geteilt) auch noch 17$ obendrauf bekommen. Sowas nenn ich Trailmagic.

Anschließend ging es per Lyft nach Carson City, wo wir im Motel 6 ein kleines Zimmer für eine Nacht mieteten um am nächsten Morgen in einer Autovermietung in Carson City einen neuen Versuch starten wollten um unsere Reise nach Reno zu einem erfolgreichen Ende zu führen.

Bacon

Meile: 1063

Gelaufen: 18.8

Die Prophezeiung vom Pass gestern ist heute nach vier Meilen wahr geworden. Am Highway 4 gab es Trailmagic. Nach einem Drücker hab ich mir eine Portion Biscuits und Gravy mit Bacon ausgesucht und einen Kaffee gegönnt. Auf dem PCT will ich ja von Trailangeln mindestens ein mal einen Hotdog, Bacon und einen Hamburger probieren. Die ersten zwei hab ich schon geschafft, fehlt nur noch der Burger. Geschmeckt hat das Bacon ein wenig rauchig. Zu dem Essen gab es dann auch noch frische Erdbeeren für die Vitamine.

Danach gab es noch einen O-Saft, mehr Erdbeeren, eine Mandel Schokoladen Milch, eine heiße Schokolade, einen Donut und einen Muffin. Vollgestopft bis obenhin ging es dann, als Simone auch fertig gegessen hatte weiter. Zum Abschied haben wir uns beide noch jeweils ein Mountain Dew eingepackt… fürs Mittagessen.

Da ich mir das Frühstück gespart hatte und auch viel zu satt war um mein morgen Snickers zu essen, hab ich beides zum Mittagessen noch zur Verfügung gehabt. Deshalb gab es dann auch keine Tortilla sondern Süßkram.

Zum Abendessen gab es eine dreifache Portion Haferflocken und eine halbe familysized Packung Chips. Jetzt liege ich vollgestopft im Bett und genieße die untergehende Sonne.

Ach ja heute ging es durch eine ehemalige Vulkanlandschaft. Sehr schön und ganz anders vom vorhergegangenen.

Duftende Orte

Meile: 1044.2

Gelaufen: 19.6

Duftende Orte… auf dem PCT, vor allem in den Nadelwäldern erwartet einen hinter jeder Biegung ein herrlicher Duft. Nadel Duft, die Blumen die zur Zeit blühen und Kräuter. Es ist wirklich schön. Das Frühstück hab ich heute inmitten einer Wiese von wilden Zitronenmelisse eingenommen. Der Duft war überall und ich hab meine Jacke und mein Hemd über die Kräuter gezogen und konnte so etwas von dem achttägigen Duft durch einen frischeren eintauschen. Auch wenn nur für ein paar Stunden.

Seit heute und für die nächsten paar Wochen (so meine Vermutung) stehen uns keine großen Anstiege mehr bevor. Zwar haben wir heute über 1.200 Höhenmeter auf dem Plan stehen gehabt, aber diese verteilen sich auf mehrere kleine Anstiege. Keinen einzelnen großen Anstieg mehr. Somit entsteht ein viel angenehmeres Gefühl beim laufen. Und in der Theorie wären jetzt schon mehr als zwanzig Meilen möglich. Simone kam heute schon um elf zum Mittagspausen Platz, das waren immerhin schon 11.7 Meilen. Und war noch nicht mental auf eine Pause eingestellt. Dennoch blieben wir bis zwei im Schatten liegen.

Der letzte große Abstieg von heute belief sich auf dreihundert Höhenmeter bis zu einem Sattel von dem wir unser Zeltplatz schon sehen konnten. Aber zuerst auf Simone warten ums Abendessen zu genießen.

Auf dem Sattel hab ich noch mit ein paar Australiern unterhalten und diese hatten vor ein paar Tagen (über eine Woche schon) ihre Zahnbürste verloren und liefen seit dem ohne herum. Glücklicherweise habe ich noch eine Ersatzzahnbürste bei mir, die ich aus dem Flug von Istanbul bis Los Angeles bekommen habe. Also gleich mal angeboten und in überglückliche Gesichter geschaut 🙂 zur Belohnung habe ich eine kleine Packung M&Ms bekommen, die peanut Variante. Helfen lohnt sich!

Vor, während und nach dem Abendessen auf unserem eine Meile langem Weg zum Camp sah der Himmel für das zweite mal in den letzten zwei ein halb Monaten nach einem schönen Sonnenuntergang aus. Überall Wolken, die sich super verfärben können. Leider hatten die sich bis zum Sonnenuntergang vollkommen aufgelöst. Schade. Ich muss einfach auf die July/August Gewitter Wolken hoffen. Hoffentlich wird der Hochsommer abends oder morgens fotogener als die letzten Monate.